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Bruch.

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dokumentART Neubrandenburg BRD 2009 Wettbewerb
Tabor Film Festival 2009 in Zabok (Kroatien) Gewinner der Kategorie "Dokumentary"
VISIONary 2009
Iowa City International Documentary Festival 2009
Diagonale 2009 Viennale 2008 Premiere

 

Synopsis

home.movie ist ein hochmobiler Film. Die Kamera schweift, tastet, holpert, saust quer durch Martin Bruchs Wohnung, nie steht sie still, jede Einstellung ist ein Schwenk oder eine Fahrt.
Es ist noch gar nicht lange her, da warf sich Martin Bruch mit seinem Handbike selbst in den brausenden Stadtverkehr von Istanbul, Paris und New York. Er kurbelte mit den Händen, filmte die Fahrten mit der Helmkamera und schnitt daraus 2003 sein radikal subjektives handbikemovie. Mittlerweile lässt die Multiple Sklerose des Filmemachers solche wilden Ausfahrten nicht mehr zu, die Unternehmungslust ist ihm jedoch geblieben.

Wenn er und Ko-Regisseurin Reinhilde Condin eine Tour durch Bruchs Wohnung geben, wird diese zum hochpersönlichen Erlebnispark. Langsam wandert der Blick an einer Foto-Pinnwand empor: Rollerfahrer Bruch, Mountainbikefahrer Bruch auf einem Gipfel. An der Wohnungsdecke angekommen greift die Kamera das Thema Sport auf und macht sich auf Schienen selbstständig. An der Lampe vorbei rast sie aufs Fenster zu, über eine Weiche, neben dem Küchenbuffet entlang. Sie ist an der Aufhängung des Deckenlifts befestigt, der eigentlich dazu dient, Bruchs Körper aufrecht durch die Räume zu transportieren. Ein Perspektivwechsel macht ihn zur Achterbahn. Der Autofokus hält dieses Tempo nicht mit, und als läge es an der schlechten Sicht, kracht die Kamera irgendwann in den Deckenbeamer und stürzt ab. Nichts ist perfekt, weder die Technik noch der Mensch. Doch wenn sich beide verbünden, entsteht eine neue, gemeinsame Wahrnehmung.

Der gelernte Tontechniker Bruch verstärkt das Surren des Deckenlifts, das Piepen des automatischen Türöffners, das Rattern des Drehregals, und ergänzt diese harten, maschinellen Sounds durch den warmen Klang von Saiteninstrumenten. Dabei ist der Film auch musikalisch als Crescendo angelegt, auf Jazz folgt Klezmer, alles wird schneller, und statt auf der Vespa durch Italien, fährt die Kamera eben eine Reihe von Espressotassen im Regal entlang. Reisen ist immer eine Sache des Willens.
(Maya McKechneay)